Geschichte

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Der Name Brunnadern ist ein Hinweis auf die seit jeher vorhandenen Brunnen-Adern = Quellen, die selbst bei grosser Trockenheit nicht versiegen. Brunnadern ist tatsächlich heute noch das Wasserreservoir des Neckertals. Vom Grundwasserpumpwerk „Spreitenbach“ wird in Trockenzeiten die Gruppenwasserversorgung Oberes Neckertal bis nach Schwellbrunn mit einwandfreiemTrinkwasser versorgt. 

Die älteste bekannte urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 1377 zurück. Zu dieser Zeit bewohnten die Grafen von Toggenburg die Neutoggenburg oberhalb der Wasserfluh und beherrschten weite Teile der Ostschweiz. Der Burghügel „Rattenburg“ oberhalb des Weilers Spreitenbach erinnert an diese Zeit. Einer Legende nach, sollen die beiden markanten Häuser im Spreitenbach aus den Steinen der gestürmten Burg erbaut worden sein. 

1528 wurde in Brunnadern die Reformation durchgeführt. Das Toggenburg wurde zum Freistaat proklamiert und Bernhard Künzli aus Brunnadern zum 1. Landammann gewählt. 

An eine erste Blütezeit Brunnaderns erinnert eine Reihe von gut erhaltenen, sehenswerten Holzbauten aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts. Die beiden Türmlihäuser und der Alte Hirschen im Weiler Furt, der „Löwen“ und das Fabrikantenhaus im Spreitenbach, sowie die ältesten Bauten im Dorf, wie z.B. das ehemalige Gemeindehaus, wurden alle zwischen 1612 und 1620 erbaut. Zu dieser Zeit muss ein wichtiger Handelsweg durch das Neckertal geführt haben und in der „Furth“, dem wohl ältesten Flussübergang, wurde der Necker überquert. 

1763 erbaute der bekannte Kirchen- und Brückenbaumeister Johann Ulrich Grubenmann die evangelische Kirche, die heute unter eidgenössischem Denkmalschutz steht. 

1784 wurde die Tös-Brücke beim Dorf erstellt, die älteste noch erhaltene gedeckte Holzbrücke über den Necker. 

1786 erfolgte der Bau der Wasserfluhstrasse als Verbindung vom Bodensee zur Innerschweiz mit einer Brücke über den Necker als Ersatz für die „Furth“. 

Mit der Gründung des Kantons St. Gallen im Jahre 1803 wurde Brunnadern eine eigenständige Gemeinde. Bis dahin gehörte das Gemeindegebiet zu Oberhelfenschwil. 

Im 19. Jahrhundert hielt die Textilindustrie Einzug und damit folgte die zweite Blütezeit.

In fast jedem Haus befand sich ein Sticklokal oder ein Webkeller. Zwischen 1820 und 1870 wurden zur Nutzung der Wasserkraft entlang des Neckers und seiner Seitenbäche verschiedene Textilfabriken erstellt. Als Folge der guten Zeiten hatte Brunnadern am Ende des 19. Jahrhunderts mit 1'000 Einwohnern den höchsten Bevölkerungsstand. 

1910 wurde die Bahnlinie mit dem Wasserfluhtunnel eingeweiht. Damit erfolgte der lang ersehnte Anschluss an St. Gallen, Zürich und die Innerschweiz. Der Niedergang der Textilindustrie konnte damit aber nicht verhindert werden. Um 1950 erreichte die Bevölkerung mit weniger als 600 Einwohnern den Tiefststand. 

Mit dem Bau des neuen Schulhauses im Haselacker ging es ab 1957 wieder aufwärts.

1971 konnte das regionale Alters- und Pflegeheim eröffnet werden. Ab 1980 begann die dritte Blütezeit von Brunnadern. Dank der Erschliessung von Bauland durch Private und die Gemeinde nahm die Bevölkerung zwischen 1988 und 1992 um 25 % zu auf rund 950 Einwohner. 

Als Folge der erfreulichen Bevölkerungszunahme konnten verschiedene Infrastruktur-bauten realisiert werden (Mehrzweckgebäude Chrüzweg, Mehrzweckhalle Haselacker, neues Gemeindhaus, Doppelkindergarten, Neugestaltung der Ortsdurchfahrt, Zentrums-überbauung). 

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts gab sich die Gemeinde Brunnadern ein Leitbild unter dem Motto „Brunnadern - glücklich im Neckertal“. Darin ist die Erhaltung einer eigenständigen Dorfgemeinschaft Brunnadern in einer starken Region Neckertal als eine der wichtigsten Zielsetzungen aufgeführt. 

Die Bevölkerung von Brunnadern zeigte sich offen für neue politische Strukturen und sah darin eine grosse Chance, der Region die nötige Kraft für eine erfolgreiche Zukunft zu geben. Der Vereinigung der bisherigen Gemeinden Brunnadern, Mogelsberg und St. Peterzell zur neuen Politischen Gemeinde Neckertal auf den 1. Januar 2009 wurde mit einer überwältigenden Mehrheit zugestimmt.  

17.08.11 / A. Fäh

Geschichte

 

 

Das ganze Buch "Heimatkunde für grosse und kleine Brunnödliger" von Jakob Bischofberger-Graf können sie als pdf downloaden.

"Heimatkunde für grosse und kleine Brunnödliger"

 

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